![]() Liebe Besucherin, lieber Besucher dieser Seiten,
Sie sind traurig. Sie haben vielleicht einen geliebten Menschen verloren - an den Tod oder an das Leben. Sie kommen mit einem Problem nicht zurecht und sind verzweifelt. Sie sind krank. Oder Sie sind schwermütig und wissen selbst nicht recht warum. Wahrscheinlich können Sie Ihrer Trauer keinen Ausdruck verleihen, weil Sie meinen, andere damit zu belasten. Ihnen fehlen die Worte zu sagen, was Sie fühlen. Sie möchten, dass Ihre Tränen gesehen werden. Und doch wagen Sie nicht, laut zu weinen. Sie dürfen klagen, hadern und zornig sein auf das, was geschehen ist, auf Ihren Zustand, auf Gott. Aber verstummen sollten Sie nicht! Ich möchte Sie ermutigen zu klagen! Die Psalmen des Alten Testaments können Ihnen helfen, Ihrer Trauer Stimme und Ausdruck zu geben. In den Psalmen werden Sie wunderbar starke Bilder für Ihre Seelenlage finden. Sie werden entdecken, dass Menschen, die vor weit über 2000 Jahren lebten, nicht etwa geschwiegen, sondern Gott ihre Verzweiflung entgegen geschleudert haben. Sehr selbstbewusst haben sie in scheinbar aussichtslosen Lagen "ich" gesagt. "Ich will schreien zu Gott ..." - wenigstens das. Mitten im Hadern und An-Klagen ist Gott in diesen Texten ein zugewandtes "Du". Im Leiden bleibt die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen bestehen, auch wenn der Mensch sich nicht gleich mit allem einverstanden erklären kann, was Gott ihm zumutet. Ich möchte Sie einladen, diese alten Texte nachzulesen und vielleicht sogar laut nach zusprechen. Machen Sie den Versuch, sich auf einige der biblischen Bilder einzulassen. Vielleicht können sie auch Ihnen Trost spenden. Besonders wenn Sie bedenken, dass gerade die Psalmen durch die Jahrhunderte hindurch von Millionen von Menschen nachgesprochen und immer wieder neu mit ganz persönlichem Leid gefüllt worden sind. Die Psalmen zeigen Ihnen, dass Menschen zu allen Zeiten Phasen hatten, in denen sie sich so ähnlich fühlten wie Sie jetzt. Vielleicht kann Ihnen diese Vorstellung ein wenig das Gefühl Ihrer Einsamkeit nehmen. Möglicherweise wird es Ihnen gut tun, wenn sie den ein oder anderen Psalm abschreiben, auswendig lernen oder regelmäßig laut beten. Oder vielleicht begeben Sie sich einfach einmal in eine Kirche, wo Mönche oder Nonnen die Psalmen laut singen. Wenn Sie einen Psalm lesen oder sprechen, achten Sie auf Ihre Gefühle. Wenn eine bestimmte Stelle in Ihnen starke Gefühle hervorruft, kann das ein Zeichen für Sie sein, noch genauer hinzu spüren. Versuchen Sie Ihre Gefühle anzunehmen und zuzulassen. Vielleicht möchten Sie sich in den nächsten Tagen oder Wochen wieder mit dieser Stelle auseinander setzen. Gehen Sie langsam und behutsam vor, so bekommen Sie einen guten Zugang zu Ihren Gefühlen. Die Psalmen können Ihnen eine Hilfe sein, sich aus Ihrer Verstummung zu lösen und Ihre Empfindungen und Gedanken vor Gott zu bringen. Vielleicht können Sie so ein ganz persönliches Gespräch mit ihm beginnen. nach: "Deine Tränen sieht der Himmel" von Sabine Gäbe
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